Kurz beantwortet
Windsogsicherung bedeutet, Dachziegel zusätzlich zu ihrem Eigengewicht mit Sturmklammern, Haken oder Schrauben an der Unterkonstruktion zu befestigen, damit Windsog sie nicht anhebt. Wie viele Ziegel gesichert werden, richtet sich nach Windzone, Gebäudehöhe, Dachform und Lage am Dach; im Randbereich wird dichter geklammert. Das BBK empfiehlt, Dachziegel ausreichend mit Sturmklammern oder Sturmhaken zu sichern. Bei einer Neueindeckung sollte sie ausdrücklich geplant und im Angebot erkennbar sein.
Stand:
Symbolbild (KI-generiert)Was ist Windsogsicherung?
Wind drückt nicht nur gegen das Dach, er saugt auch an ihm. Das BBK beschreibt, dass bei Dächern und Fassaden Sogkräfte auf der windabgewandten Seite die meisten Schäden verursachen und dass Böen deutlich stärkere Kräfte ausüben können als der mittlere Wind. Die Sicherung der Eindeckung gegen diese Kräfte nennt man Windsogsicherung, siehe Windsog und Windsogsicherung. Typische Mittel sind Sturmklammern, Sturmhaken und verschraubte Ziegel.
Wo ein Dach besonders gefährdet ist
| Bereich | Hinweis |
|---|---|
| First und Grate | Abdeckungen und Firstziegel besonders beansprucht, siehe First und Firstziegel |
| Ortgang | Wind greift unter die Dachkante, siehe Ortgang |
| Traufe und Ecken | Randbereiche, an denen die Sogkräfte besonders wirken |
| Flachdach | Nach dem BBK sind die Kräfte an Ecken und Rändern am größten; eine Auflast ist unter Beachtung der Statik zu planen |
| Blechdächer | Nach dem BBK auf ausreichende Befestigungspunkte achten |
Quellen: BBK (Sturm), Glossar der DEUTSCHEN DACHWERKE.
Regeln und Normen: Was gilt?
Das Fachportal dachdecker.com nennt als typischen Mangel, dass Sturmklammern und Befestigungselemente nicht passend zu Windzone, Gebäudehöhe oder Dachform dimensioniert oder ganz weggelassen werden. Die Befestigungsabstände richten sich nach den Details, im windbelasteten Randbereich wird dichter geklammert; Befestigungsmittel müssen korrosionsbeständig sein. Die Dachdeckungsarbeiten sind Gegenstand der DIN 18338 (VOB Teil C), daneben gelten Herstellerangaben und Fachregeln des Dachdeckerhandwerks.
Zur Pflicht äußert sich dasselbe Fachportal an anderer Stelle: Neue Dächer müssen danach seit 2011 mit Sturmklammern ausgestattet sein, ältere müssen nicht nachgerüstet werden, und in den Bundesländern gebe es unterschiedliche Vorschriften. Ob und welche Anforderungen für Ihr Gebäude gelten, klärt der Fachbetrieb anhand der Regeln am Standort; dieser Beitrag ersetzt weder die Norm noch die Fachregel.
Bei der Neueindeckung: Was Sie klären sollten
- Wird die Windsogsicherung nach den Windlasten des Standorts geplant, und ist das im Angebot als Position ausgewiesen? Siehe Dachsanierung Angebot vergleichen.
- Welche Befestigungsmittel kommen zum Einsatz (Klammern, Haken, Schrauben), und sind sie für das gewählte Ziegelsystem und gegen Korrosion geeignet?
- Wie dicht wird im Rand- und Eckbereich gesichert, und wie am First und am Ortgang?
- Passen Unterkonstruktion und Lattung zur Befestigung? Siehe Lattung und Konterlattung und Sparren und Dachstuhl.
- Werden Zubehör und Formziegel zum System passend gewählt? Siehe Formziegel und Zubehör.
Dach, Unterkonstruktion und Anschlüsse werden bei einer Sanierung vor der Ausführung am Gebäude geprüft. Das gilt auch für die Befestigung, siehe Neueindeckung planen.
Sturmklammern nachrüsten
Laut dachdecker.com ist das Nachrüsten von Sturmklammern in der Regel problemlos möglich und erfolgt meist durch einen Dachdecker, der die Ziegel anhebt und die Klammern einsetzt; eine komplette Neueindeckung sei dafür nicht nötig. Die Zahl der zu sichernden Ziegel legt der Fachbetrieb fest. Gerade nach einem Sturmschaden bietet sich die Nachrüstung an, weil das Dach ohnehin geprüft wird, siehe Dachziegel fehlen oder verrutscht.
Auch für den Versicherungsschutz zählt der Zustand des Daches: Die GDV-Musterbedingungen verlangen, versicherte Sachen, ausdrücklich auch Dächer, stets in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten und Mängel unverzüglich zu beseitigen (A 20.1.1), siehe Was zahlt die Gebäudeversicherung?.
Regelmäßig prüfen lassen
Das BBK empfiehlt, Dach und Gebäudehülle bestehender Gebäude regelmäßig von Fachleuten prüfen zu lassen. Gelöste Befestigungen, wellige Firstlinien und lockere Ziegel erkennt der Fachbetrieb bei der Inspektion, siehe Dachinspektion und Wartung.
Häufige Fragen
Was ist Windsogsicherung?
Die zusätzliche Befestigung der Dacheindeckung, meist mit Sturmklammern, Haken oder Schrauben, damit Windsog Ziegel nicht anhebt und abreißt.
Brauchen alte Dächer nachträglich Sturmklammern?
Laut dachdecker.com müssen vor 2011 errichtete Dächer nicht nachgerüstet werden; die Vorschriften unterscheiden sich je nach Bundesland. Eine Nachrüstung ist in der Regel möglich und wird aus Sicherheitsgründen empfohlen. Der Fachbetrieb beurteilt Ihr Dach.
Wie viele Sturmklammern braucht mein Dach?
Das hängt von Windzone, Gebäudehöhe, Dachform, Ziegelsystem und Lage am Dach ab. Im Randbereich wird dichter gesichert. Der Fachbetrieb legt die Zahl fest.
Empfiehlt das BBK Sturmklammern?
Ja. Das BBK empfiehlt, Dachziegel ausreichend mit Sturmklammern beziehungsweise Sturmhaken an der Dachkonstruktion zu sichern.
Gehört die Windsogsicherung ins Angebot?
Bei einer Neueindeckung sollte sie als eigene Position nachvollziehbar sein, damit Angebote vergleichbar sind. Fragen Sie nach Befestigungsmitteln und Dichte im Randbereich.
Quellen
- BBK – Schutz vor Naturgefahren: Sturm · Stand 21. Oktober 2026
- dachdecker.com (Fachportal des Dachdeckerhandwerks) – Sturmklammern nachrüsten, Seitenstand 30.09.2024 · Stand 21. Oktober 2026
- dachdecker.com (Fachportal des Dachdeckerhandwerks) – DIN 18338, Seitenstand 09.06.2026 · Stand 21. Oktober 2026
- GDV – Allgemeine Wohngebäude-Versicherungsbedingungen VGB 2022 (Wohnflächenmodell), unverbindliche Musterbedingungen, Stand Juni 2026 · Stand 21. Oktober 2026
Begriffe aus diesem Beitrag
Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung und ersetzt weder Fachplanung noch Rechtsberatung. Angaben zu Förderung und Recht erfolgen ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Bedingungen.



