Symbolbild · KI-generiertWas ist eine Gaube?
Eine Gaube, auch Gaupe genannt, ist ein Dachaufbau mit senkrechter Front und eigenem kleinen Dach. Sie vergrößert den nutzbaren Raum unter der Schräge und lässt Licht und Luft ein. Gauben sind eine der häufigsten Maßnahmen beim Ausbau des Dachgeschosses.
Gaubenformen
| Form | Merkmal | Besonderheit |
|---|---|---|
| Schleppgaube | Dach steigt flach von der Hauptdachfläche an | Viel Raum, aber flacher Winkel verlangt sorgfältige Abdichtung |
| Satteldachgaube | Giebelförmiges eigenes Dach | Klassisch, viele Anschlüsse und zwei Kehlen |
| Flachdachgaube | Waagerechtes oder leicht geneigtes Dach | Maximaler Raum, Abdichtung statt Eindeckung nötig |
| Walmgaube | Dach auf drei Seiten abgeschrägt | Ruhige Optik, aufwendige Dachflächen |
| Fledermausgaube | Geschwungene Dachlinie ohne Ecken | Besonders aufwendig, oft historisch |
| Zwerchhaus / Zwerchgiebel | Bis zur Fassade durchlaufender Aufbau | Gestaltet die Hausfront, braucht eigene Gründung |
Die Begriffe werden regional unterschiedlich verwendet.
Symbolbild · KI-generiertVor- und Nachteile von Gauben
Mit Gaube
Vorteile
- Mehr Kopffreiheit und Wohnfläche im Dachgeschoss
- Mehr Licht und Ausblick
- Optische Aufwertung der Dachfläche
Zu beachten
- Mehr Anschlüsse, damit mehr mögliche Schwachstellen
- Eingriff in den Dachstuhl mit Statikbedarf
- Genehmigungsfragen
Mit Dachfenster
Vorteile
- Geringerer Eingriff in das Tragwerk
- Meist einfacher zu genehmigen und schneller einzubauen
Zu beachten
- Keine zusätzliche Kopffreiheit
- Weniger Möglichkeit für Aufstellflächen
Bauweise und Anschlüsse
Eine Gaube braucht einen eigenen kleinen Dachstuhl. Wechsel und verstärkte Sparren tragen die Lasten, die auf dem durchtrennten Sparren fehlen. Die Wangen sind die seitlichen Flächen und werden verkleidet, zum Beispiel mit Zink, Schiefer oder Putzträger. Der Anschluss der Gaubenwände an die Hauptdachfläche und die Kehlen zwischen Gaubendach und Hauptdach gehören zu den heikelsten Stellen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Dachanschlüsse.
Gauben bei der Dachsanierung
- Bestand prüfen: Zustand der Wangen, Kehlen und Fenster beurteilen lassen.
- Gemeinsam sanieren: Gaubendach und Hauptdach in einem Zug eindecken, damit Anschlüsse zusammenpassen.
- Unterdeckung anpassen: Geschweifte Gauben und Kehlen brauchen nach dem Fachregel-Entwurf 2023 eine höhere Klasse der Unterdeckung. Siehe Unterdeckung und Unterspannbahn.
- Entwässerung beachten: Gaubendächer entwässern über Rinnen oder Kehlen auf die Hauptdachfläche. Dort entsteht konzentrierter Wasserlauf.
- Dämmung ergänzen: Wangen und Decken in das Dämmkonzept einbeziehen.
Symbolbild · KI-generiertWie steht es um die Genehmigung?
Das Bauordnungsrecht ist Sache der Länder. Als Beispiel nennt die bayerische Bauordnung den Dachgeschossausbau zu Wohnzwecken einschließlich Dachgauben als verfahrensfrei, wenn die Dachkonstruktion und die äußere Gestalt sonst unverändert bleiben, mit einer Anzeige bei der Gemeinde zwei Wochen vor Baubeginn. Dachgauben und vergleichbare Dachaufbauten sind nur verfahrensfrei, wenn sie den Festsetzungen eines Bebauungsplans oder einer Satzung entsprechen. In anderen Ländern gelten andere Regeln, teils auch örtliche Gaubensatzungen. Für mehrere Länder ist die Lage nicht abschließend geklärt (Stand 20.10.2026, ohne Gewähr, keine Rechtsberatung).
Gaube oder Dachfenster? Entscheidungshilfe
| Ziel | Eher Dachfenster | Eher Gaube |
|---|---|---|
| Mehr Licht | Ja, einfach und flexibel | Ja, zusätzlich mit Ausblick |
| Mehr Raum und Kopffreiheit | Nein | Ja |
| Geringer Eingriff in die Konstruktion | Ja | Nein, Dachstuhl wird verändert |
| Einfachere Genehmigung | Häufig einfacher | Häufiger genehmigungs- oder anzeigepflichtig |
| Neue Raumnutzung, etwa Bad oder Schlafzimmer | Bedingt | Gut geeignet |
| Gestaltung der Fassade | Zurückhaltend | Prägt die Optik |
Gauben und Wärmeschutz
Eine Gaube ist ein kleiner Anbau mit Dach, Wänden und Decke. Alle diese Flächen grenzen an die kalte Außenluft. Deshalb müssen sie wie die Hauptfläche gedämmt werden, und zwar lückenlos. Die Wangen sind klein, aber sie gehören zu den Wärmebrücken, die bei Altbauten am häufigsten übersehen werden. Bei einer Sanierung bietet es sich an, Wangen, Dach und Decke der Gaube in das Gesamtkonzept einzubeziehen. Für die Dämmung der Wangen von außen eignen sich dünne, leistungsfähige Dämmstoffe mit Verkleidung. Von innen ist die Dämmung der Gaubenwände oft einfacher, braucht aber Luftdichtheit an allen Anschlüssen.
- Dach der Gaube wie Hauptdach dämmen und eindecken
- Wangen außen mit hinterlüfteter Verkleidung oder von innen dämmen
- Gaubenboden und Anschluss zur Hauptdachfläche luftdicht ausführen
- Fensteranschluss in die Dämmebene einbinden
- Rinne und Fallrohr oder Ableitung auf die Hauptfläche planen
Häufige Fragen
Braucht man für eine Dachgaube eine Genehmigung?
Das hängt vom Bundesland, vom Bebauungsplan und davon ab, ob das Haus ein Denkmal ist. Oft sind Gauben genehmigungs- oder anzeigepflichtig. Fragen Sie vorher bei der Bauaufsicht nach.
Welche Gaubenform ist die richtige?
Das hängt von Dachneigung, Gebäudestil und gewünschtem Raum ab. Die Schleppgaube bietet viel Raum, die Satteldachgaube wirkt klassisch, die Flachdachgaube nutzt den Raum am meisten aus, braucht aber eine Abdichtung.
Wie wird eine Gaube gedämmt?
Wangen, Dach und Decke werden wie die Hauptdachfläche gedämmt und luftdicht ausgeführt. Der Anschluss zur Hauptdämmung ist besonders sorgfältig herzustellen, damit keine Wärmebrücke bleibt.
Ist eine Gaube dasselbe wie ein Dachfenster?
Nein. Ein Dachfenster liegt in der Dachfläche. Eine Gaube ist ein Aufbau mit senkrechter Front, eigenem Dach und Fenster in der Front. Sie schafft zusätzlichen Raum.
Können Gauben nachträglich eingebaut werden?
Ja, dafür wird der Dachstuhl verändert. Eine statische Beurteilung ist nötig. Am besten wird die Gaube mit einer Neueindeckung kombiniert.
Wie lange hält eine Gaube?
Wie das Dach selbst, wenn Anschlüsse und Wangen gepflegt werden. Die Verkleidung der Wangen und die Kehlen altern oft früher als die Hauptdachfläche.
Was ist ein Zwerchhaus?
Ein Zwerchhaus ist ein Aufbau, der bis zur Fassadenflucht reicht und die Hausfront gliedert. Es ist größer als eine Gaube und wird oft mit eigenem Giebel ausgeführt.
Kann man Gauben dämmen?
Ja, und das sollte man. Wangen, Dach und Decke sollten lückenlos gedämmt und luftdicht angeschlossen werden, damit keine Wärmebrücken entstehen.
Quellen
- Bayerische Bauordnung, Art. 57 (Verfahrensfreie Bauvorhaben) · Stand 20. Oktober 2026
- Baunetzwissen: Verfahrensfreie Bauvorhaben · Stand 20. Oktober 2026
Begriffe aus diesem Beitrag
Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung und ersetzt weder Fachplanung noch Rechtsberatung. Angaben zu Förderung und Recht erfolgen ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Bedingungen.