Symbolbild · KI-generiertWorauf es beim Vergleich ankommt
Fünf Eigenschaften entscheiden, ob ein Dämmstoff zu Ihrem Dach passt. Die Wärmeleitfähigkeit λ sagt, wie gut er dämmt: je kleiner, desto besser. Die Rohdichte gibt das Gewicht je Kubikmeter an und beeinflusst die Wärmespeicherung im Sommer. Die Diffusionswiderstandszahl µ beschreibt, wie leicht Wasserdampf hindurchwandert. Das Brandverhalten ist für den Brandschutz entscheidend. Die Herkunft prägt Ökobilanz und Entsorgung.
Die große Vergleichstabelle
| Dämmstoff | λ in W/(m·K) | Rohdichte in kg/m³ | µ (Diffusion) | Brandverhalten | Herkunft |
|---|---|---|---|---|---|
| Steinwolle | 0,035 | 15 bis 130 | 1 bis 2 | A1, nicht brennbar | Mineralisch |
| Mineralwolle allgemein (Stein- und Glaswolle) | 0,030 bis 0,050 | Glaswolle: keine belegte Angabe | Glaswolle: keine belegte Angabe | Steinwolle A1 | Mineralisch |
| EPS (Polystyrol, expandiert) | 0,032 bis 0,040; graphithaltig 0,030 bis 0,034 | 11 bis 30 | 20 bis 100 | B2 bis B1, Euroklasse E | Erdölbasiert |
| XPS (Polystyrol, extrudiert) | 0,032 bis 0,040 | keine belegte Angabe | keine belegte Angabe | keine belegte Angabe | Erdölbasiert |
| PUR/PIR | 0,022 bis 0,029 | keine belegte Angabe | keine belegte Angabe | brennbar | Erdölbasiert |
| Holzfaserplatten | 0,037 bis 0,052 | 110 bis 270 | 2 bis 5 | B2, Euroklasse E | Nachwachsend |
| Holzfasermatten | 0,038 | 40 bis 55 | 1 bis 3 | B2, Euroklasse E | Nachwachsend |
| Zelluloseflocken | 0,039 | 28 bis 65 | 1 bis 2 | B2, Euroklasse E | Nachwachsend, aus Altpapier |
| Hanfmatten | 0,043 | 30 bis 110 | 1 bis 2 | B2, Euroklasse E | Nachwachsend |
| Flachsmatten | 0,039 | 30 bis 40 | 1 bis 2 | B2, Euroklasse E | Nachwachsend |
| Schafwolle | 0,036 | 20 bis 90 | 1 bis 2 | B2, Euroklasse E | Nachwachsend, tierisch |
| Schaumglas | 0,038 bis 0,070 | keine belegte Angabe | keine belegte Angabe | keine belegte Angabe | Mineralisch |
| Holzwolleplatten | 0,090 | 330 bis 500 | 2 bis 5 | B1, Euroklasse B-s1,d0 | Nachwachsend, mineralisch gebunden |
Quelle: Faktenblatt Technik (FNR Bauphysik, Baulinks), Stand 20.10.2026, ohne Gewähr. „Keine belegte Angabe“ heißt: im Redaktionsstand nicht verlässlich belegt, nicht „gibt es nicht“.
Wärmeleitfähigkeit: Wer dämmt am besten?
PUR und PIR liegen mit 0,022 bis 0,029 am niedrigsten und erreichen die gleiche Dämmwirkung mit der geringsten Dicke. Das ist ein Vorteil, wenn die Aufbauhöhe knapp ist, etwa bei Aufsparrendämmung oder Flachdächern. Mineralwolle, EPS, XPS, Holzfaser und Zellulose liegen mit etwa 0,030 bis 0,052 im Mittelfeld. Hanf ist mit 0,043 etwas schwächer, Holzwolleplatten sind mit 0,090 nur ergänzend als Dämmung sinnvoll.
Brandverhalten und Sicherheit
Nichtbrennbar (Baustoffklasse A1) ist nach dem Faktenblatt nur die Mineralwolle. Holzfaser, Zellulose, EPS und PUR sind brennbar. Das heißt nicht, dass sie im Dach unzulässig wären: Der Brandschutz wird durch den Gesamtaufbau geregelt, also durch Bekleidung, Hinterlüftung und Dämmstoffdicke. Bei ausgebauten Dachgeschossen und an Brandwänden gelten besondere Anforderungen des Landesrechts. Welche das sind, klärt die Planung im Einzelfall.
Feuchteverhalten und Diffusion
Diffusionsoffen sind Mineralwolle, Holzfaser, Zellulose, Hanf und Flachs mit µ von etwa 1 bis 5. Sie lassen Feuchte aus dem Aufbau heraus, brauchen aber eine dichte Luftebene auf der Raumseite. EPS ist mit µ von 20 bis 100 deutlich dampfdichter, ebenso gelten XPS und PUR als dampfdicht (nicht belegt). Dampfdichte Stoffe verlangen eine genaue Planung der Dampfbremse und des Feuchteschutzes. Mehr dazu im Beitrag Wärmebrücken und Luftdichtheit.
Symbolbild · KI-generiertRohdichte und sommerlicher Hitzeschutz
Leichte Stoffe wie EPS (11 bis 30 kg/m³) oder Steinwolle (15 bis 130) speichern wenig Wärme. Holzfaserplatten (110 bis 270) und Holzwolleplatten (330 bis 500) speichern deutlich mehr. Im Sommer verzögert das die Hitze, die durchs Dach dringt. Der Beitrag Sommerlicher Hitzeschutz erklärt den Zusammenhang.
Herkunft und Ökobilanz
Die Dämmstoffe stammen aus drei Gruppen. Mineralisch sind Mineralwolle, Schaumglas und mit Einschränkung Holzwolleplatten. Erdölbasiert sind EPS, XPS und PUR/PIR. Nachwachsend sind Holzfaser, Zellulose, Hanf, Flachs und Schafwolle. Eine Rangfolge der Ökobilanz lässt sich ohne konkretes Produkt nicht seriös angeben, weil Herstellung, Rezeptur, Transport und Entsorgung stark variieren. Fragen Sie bei der Auswahl nach Umweltproduktdeklarationen (EPD) der Hersteller.
Welcher Stoff für welche Anwendung?
| Anwendung | Häufige Wahl | Warum |
|---|---|---|
| Zwischensparren | Mineralwolle, Holzfasermatten, Hanf, Flachs | Elastisch klemmbar, diffusionsoffen |
| Aufsparren | PIR/PUR, Holzfaserplatten, druckfeste Mineralwolle | Druckfest, geringe oder große Dicke je nach Stoff |
| Untersparren | Mineralwolle, Holzfaser | Brandschutz mit der Innenbekleidung beachten |
| Oberste Geschossdecke | Mineralwolle, Holzfaser, Zellulose, Hartschaum bei Begehbarkeit | Große Dicken, Einblasen möglich |
| Flachdach (Warmdach) | PIR/PUR, EPS, Schaumglas, Mineralwolle | Druckfest, hohe Dämmwirkung je Dicke |
| Umkehrdach | XPS, Schaumglas | Feuchteunempfindlich |
Orientierung, keine Produktempfehlung. Zulassungen und Herstellerangaben gelten.
Vertiefende Beiträge zu den Stoffgruppen: Mineralwolle, Holzfaser und nachwachsende Dämmstoffe und Hartschaum.
Dämmstoff nach Ihren Prioritäten wählen
- Wenig Platz: PIR/PUR dämmt bei geringster Dicke
- Brandschutz im Vordergrund: Mineralwolle ist nicht brennbar (A1)
- Sommerlicher Hitzeschutz: Holzfaserplatten bieten Speichermasse
- Nachwachsende Rohstoffe: Holzfaser, Zellulose, Hanf, Flachs, Schafwolle
- Feuchtebelastete Lage: XPS und Schaumglas im Umkehrdach
- Hohlräume im Bestand: Zellulose oder Mineralwolle als Einblasdämmung
Häufige Fragen
Welcher Dämmstoff dämmt am besten?
PUR/PIR hat mit λ von 0,022 bis 0,029 die niedrigsten Herstellerwerte und dämmt je Dicke am stärksten. Das ist nicht automatisch die beste Wahl, weil Brandverhalten, Sommerhitze und Herkunft ebenfalls zählen.
Welcher Dämmstoff ist nicht brennbar?
Mineralwolle (Steinwolle) mit Baustoffklasse A1 (Stand Faktenblatt Technik, 20.10.2026). Holzfaser, Zellulose, EPS und PUR sind brennbar, im Gesamtaufbau aber durch Bekleidung und Konstruktion abgesichert.
Was bedeutet Lambda 0,035?
Der Stoff leitet Wärme mit 0,035 Watt pro Meter und Kelvin. Je kleiner der Wert, desto besser dämmt er. Dämmstoffe werden oft in Wärmeleitfähigkeitsgruppen wie 035 angegeben.
Welcher Dämmstoff ist am besten gegen Sommerhitze?
Stoffe mit höherer Rohdichte wie Holzfaserplatten speichern mehr Wärme und verzögern die Hitze. Entscheidend ist der gesamte Dachaufbau, nicht nur der Dämmstoff.
Sind nachwachsende Dämmstoffe besser für die Umwelt?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Nachwachsende Rohstoffe haben Vorteile, die Ökobilanz hängt aber von Produkt, Herstellung und Entsorgung ab. Prüfen Sie Umweltproduktdeklarationen.
Darf ich Dämmstoffe mischen?
Ja, etwa Mineralwolle im Gefach und Holzfaser auf den Sparren. Wichtig ist, dass die Feuchte- und Diffusionseigenschaften zusammenpassen. Das klärt die Planung der Dampfbremse.
Quellen
- FNR Themenportal Bauen: Bauphysikalische Kennwerte von Dämmstoffen (Herstellerangaben) · Stand 20. Oktober 2026
- Baulinks: Lambda-Werte und Wärmeleitfähigkeit von Baustoffen (Spannen) · Stand 20. Oktober 2026
- Anlage 7 GModG – Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei Änderung · Stand 20. Oktober 2026
- Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH): Regelwerk und Merkblätter
Begriffe aus diesem Beitrag
Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung und ersetzt weder Fachplanung noch Rechtsberatung. Angaben zu Förderung und Recht erfolgen ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Bedingungen.