Dämmung

Zwischensparrendämmung: Aufbau, Dicke, Grenzen und Ablauf

Bei der Zwischensparrendämmung füllt die Dämmung die Gefache zwischen den Sparren. Das Verfahren ist verbreitet, weil die Eindeckung erhalten bleiben kann und die Arbeiten von innen oder von außen möglich sind. Seine Grenzen sind die Sparrenhöhe, die Wärmebrücke der Sparren und die Sorgfalt bei der Luftdichtung.

Stand: 5 Min. LesezeitRedaktion DEUTSCHE DACHWERKE

Dachschräge eines Dachgeschosses mit zwischen die Holzsparren eingepassten Dämmmatten bei ruhigem TageslichtSymbolbild · KI-generiert

Was ist eine Zwischensparrendämmung?

Das Dach besteht aus Sparren, die in regelmäßigen Abständen das Dach tragen. Der Raum zwischen zwei Sparren heißt Gefach. Bei der Zwischensparrendämmung wird dieses Gefach mit Dämmstoff gefüllt, meist mit Matten oder Platten, die klemmend zwischen den Sparren sitzen. Die Eindeckung bleibt unberührt.

Deshalb ist das Verfahren die klassische Lösung, wenn die Dachdeckung noch in Ordnung ist und nur das Dach gedämmt werden soll. Es wird auch im Neubau und bei Dachgeschossausbauten häufig eingesetzt.

Der Aufbau im Schnitt

Schnitt einer ZwischensparrendämmungDie Dämmung füllt die Gefache zwischen den Sparren. Unter den Sparren liegt die Dampfbremse mit der Innenbekleidung. Über den Sparren folgen Unterdeckung, Konterlattung, Lattung und Eindeckung. Durch die Sparren fließt mehr Wärme als durch die Dämmung.Wärmefluss nach außenDickere Pfeile: mehr Wärmefluss durch die Sparren.außeninnenEindeckung, LattungKonterlattungUnterdeckungDämmung im GefachSparrenDampfbremseInnenbekleidung
Schnitt einer Zwischensparrendämmung. Dickere Pfeile zeigen den höheren Wärmefluss durch die Sparren (schematisch).
  1. Innenbekleidung: Gipskarton oder Holz, raumseitiger Abschluss
  2. Luftdichtung: durchgehende Dampfbremse, an Sparren, Wänden und Durchdringungen luftdicht angeschlossen
  3. Dämmung im Gefach: passgenau, ohne Lücken und ohne Hohlräume an den Rändern
  4. Unterdeckung: wasserführende zweite Ebene unter der Eindeckung, siehe Unterdeckung
  5. Konterlattung, Lattung, Eindeckung: unveränderter Bestand, mehr zur Konterlattung

Wie dick kann die Dämmung werden?

Die Dämmdicke ist durch die Sparrenhöhe begrenzt, wenn die Dämmung nicht über die Sparren hinausragt. In Bestandsdächern sind Sparren oft nicht hoch genug für moderne Anforderungen. Als Rechenbeispiel ohne Sparrenanteil: 18 Zentimeter Dämmung mit λ = 0,035 ergeben einen U-Wert von rund 0,19. Für 0,14 sind bei gleichem Stoff etwa 25 Zentimeter nötig (eigene Rechnung nach dem Faktenblatt Technik, Stand 20.10.2026).

Für Fälle, in denen die Dämmdicke technisch begrenzt ist, kennt das GModG eine Regel: Es ist die höchstmögliche Dicke einzubauen, bei Dämmstoffen mit λ von höchstens 0,035, bei Einblasdämmung und nachwachsenden Rohstoffen mit λ von höchstens 0,045 (Anlage 7, Stand 20.10.2026, ohne Gewähr). Wie die Dicke mit dem U-Wert zusammenhängt, erklärt der Beitrag U-Wert verständlich erklärt.

Dachgeschoss im Umbau (symbolisch)Symbolbild · KI-generiert

Die Wärmebrücke Sparren

Holz dämmt schlechter als Dämmstoff. Die Sparren bilden deshalb Streifen, durch die mehr Wärme fließt. Das Faktenblatt nennt für den Holzanteil in der Dachfläche einen Richtwert von etwa 10 bis 15 Prozent, ⁠der den tatsächlichen U-Wert gegenüber der einfachen Rechnung verschlechtert.

Wer die Wärmebrücke verringern will, ergänzt eine Untersparrendämmung von innen oder eine Aufsparrendämmung von außen. Beides überdeckt die Sparren und macht die Dämmebene durchgehender. Mehr zu Wärmeverlusten steht im Beitrag Wärmebrücken und Luftdichtheit.

Nahaufnahme eines Gefachs mit eingepasster Mineralwollmatte zwischen zwei Holzsparren, darüber Unterdeckung, ohne erkennbare PersonenSymbolbild · KI-generiert

Welche Dämmstoffe eignen sich?

Im Gefach kommen Stoffe infrage, die elastisch klemmen oder sich passgenau zuschneiden lassen. Verbreitet sind Mineralwolle-Klemmfilze, Holzfasermatten und Hanf- oder Flachsmatten. Die Wärmeleitfähigkeit liegt nach Herstellerangaben je nach Stoff zwischen etwa 0,035 und 0,045.

Typische Dämmstoffe im Gefach (Herstellerspannen)
Dämmstoffλ in W/(m·K)Besonderheit
Mineralwolle (Steinwolle)0,035; allgemein 0,030 bis 0,050Nicht brennbar, diffusionsoffen
Holzfasermatten0,038Höhere Rohdichte, bessere Wärmespeicherung im Sommer
Hanfmatten0,043Nachwachsend, diffusionsoffen
Flachsmatten0,039Nachwachsend, geringe Rohdichte

Quelle: Faktenblatt Technik (FNR, Baulinks), Stand 20.10.2026. Herstellerangaben, keine Bemessungswerte.

Typische Fehler vermeiden

  • Lücken und Hohlräume: Fugen am Rand des Gefachs verschlechtern die Dämmwirkung spürbar
  • Undichte Dampfbremse: Fehlstellen lassen warme Raumluft in die Dämmung strömen, Tauwasser kann entstehen
  • Ungeprüfte Belüftung: Ob zwischen Dämmung und Unterdeckung eine Luftschicht nötig ist, hängt von Aufbau und Unterdeckung ab und ist Sache der Fachplanung
  • Gestauchte Dämmung: Zu stark gepresste Matten dämmen schlechter

Ablauf der Zwischensparrendämmung von innen

  1. Bestand öffnen und prüfen

    Alte Bekleidung und Dämmung werden entfernt, Sparren und Unterdeckung auf Feuchte und Schäden geprüft.

  2. Dämmung einpassen

    Matten oder Platten werden mit leichtem Übermaß passgenau in die Gefache gesetzt.

  3. Luftdichtung verlegen

    Die Dampfbremse wird bahnenweise verlegt, verklebt und an Wänden und Durchdringungen angeschlossen.

  4. Ggf. zweite Lage anbringen

    Bei Bedarf folgt eine Untersparrendämmung auf einer Lattung.

  5. Innenbekleidung herstellen

    Die neue Bekleidung wird montiert, Installationen werden in einer Ebene unter der Dampfbremse geführt.

  6. Dichtheit prüfen

    Eine Prüfung der Luftdichtheit zeigt Fehlstellen, solange sie noch behebbar sind.

Von innen oder von außen dämmen?

Die Zwischensparrendämmung lässt sich von beiden Seiten herstellen. Von innen wird die Innenbekleidung geöffnet, die Gefache werden gedämmt und anschließend neu bekleidet. Das ist üblich, wenn die Eindeckung bleibt. Von außen liegt das Dach nach dem Abdecken offen, die Dämmung wird von oben in die Gefache gelegt. Das ist sinnvoll, wenn ohnehin neu eingedeckt wird. Dann liegt auch eine zusätzliche Aufsparrendämmung nahe, weil ohne großen Mehraufwand eine durchgehende Dämmebene entsteht.

Welche Variante besser passt, hängt von Bestand, Nutzung und Budget ab. Was Ihr Dach im Einzelfall braucht, klärt die Prüfung am Gebäude. Ob eine Dämmung im Gefach genügt oder ob eine zweite Lage nötig ist, hängt vom Ziel-U-Wert ab, den der Beitrag Dachdämmung im Überblick einordnet.

Die Kosten hängen von der Dachfläche, der Zugänglichkeit, dem Dämmstoff, dem Zustand der Innenbekleidung und den Anschlüssen ab. Eine Einschätzung für Ihr Dach liefert der Dachrechner, ein belastbares Leistungsangebot folgt nach der Prüfung.

Häufige Fragen

Wie dick muss die Zwischensparrendämmung sein?

Das hängt vom Ziel-U-Wert und vom Dämmstoff ab. Als Orientierung ohne Sparrenanteil: etwa 14 Zentimeter für 0,24 und etwa 25 Zentimeter für 0,14 bei λ = 0,035. Die Sparrenhöhe begrenzt die mögliche Dicke im Gefach.

Reicht die Sparrenhöhe für eine ausreichende Dämmung?

Oft nicht. Dann hilft eine zusätzliche Dämmlage unter oder über den Sparren. Das GModG erlaubt bei technisch begrenzter Dicke die höchstmögliche Dicke nach anerkannten Regeln.

Kann ich die Eindeckung dabei behalten?

Ja, wenn sie in gutem Zustand ist. Bei Arbeiten von innen bleibt die Eindeckung unberührt. Beachten Sie jedoch, dass bei einer späteren Erneuerung eine bessere Dämmung außen möglich wäre.

Brauche ich zusätzlich eine Dampfbremse?

Ja, eine luftdichte und dampfbremsende Ebene auf der Raumseite gehört zum Aufbau. Sie verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung gelangt.

Ist Zwischensparrendämmung auch von außen möglich?

Ja, wenn die Dachdeckung ohnehin abgenommen wird. Dann lässt sich die Dämmung von oben in die Gefache legen. In diesem Fall ist oft zusätzlich eine Aufsparrendämmung sinnvoll.

Welcher Dämmstoff ist im Gefach am besten?

Das hängt von Brandschutz, Sommerhitze und Ökobilanz ab. Mineralwolle ist nicht brennbar, Holzfaser speichert im Sommer mehr Wärme. Der Dämmstoffvergleich hilft bei der Einordnung.

Quellen

Begriffe aus diesem Beitrag

Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung und ersetzt weder Fachplanung noch Rechtsberatung. Angaben zu Förderung und Recht erfolgen ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Bedingungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Recht & Pflichten

GModG und das Dach: Anforderungen bei Erneuerung

Was das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) bei der Dacherneuerung verlangt: 10-%-Regel, U-Werte nach Anlage 7, Ausnahmen, Gesamtnachweis und Beratungspflicht.

5 Min. Lesezeit · Stand 20. Oktober 2026