Symbolbild · KI-generiertDas Sheddach
Das Sheddach, auch Sägezahndach, besteht aus mehreren nebeneinanderliegenden Pultdächern. Jede Dachfläche steigt flach an und fällt an der Rückseite steil ab. Die steile Fläche ist verglast und zeigt meist nach Norden. So fällt gleichmäßiges Tageslicht in die Halle, ohne dass die Sonne blendet. Entstanden ist die Form im 19. Jahrhundert für Webereien und Fabrikhallen.
| Aspekt | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Licht | Gleichmäßiges Tageslicht ohne direkte Sonneneinstrahlung | Verglasung braucht Wartung und Wärmeschutz |
| Fläche | Große, stützenarme Hallen möglich | Mehr Anschlüsse und Rinnen zwischen den Zähnen |
| Entwässerung | Wasser läuft in Rinnen zwischen den Zähnen | Innenliegende Rinnen sind sensibel für Verstopfung und Undichtigkeiten |
| Energie | Viel Tageslicht senkt den Kunstlichtbedarf | Verglasungen sind Wärmebrücken |
| Umnutzung | Hallen eignen sich für Lofts, Ateliers und Gewerbe | Dämmung und Umbau sind aufwendig |
Typische Baujahre: Sheddächer finden sich vor allem auf Industriebauten des späten 19. und des 20. Jahrhunderts. Als Wohnform kommen sie bei umgenutzten Hallen und modernen Architektenhäusern vor. Die Zeitangaben sind eine grobe Orientierung.
Weitere Sonderformen
| Form | Merkmal | Besonderheit bei der Sanierung |
|---|---|---|
| Tonnendach | Gewölbtes Dach in Form eines halben Zylinders | Gebogene Dachflächen verlangen spezielle Eindeckungen oder Abdichtungen. Metall, Bahnen oder kleinformatige Materialien eignen sich besser als große Ziegel. |
| Kegeldach | Runde Fläche, die in einer Spitze endet, wie ein Turmdach | Zuschnitte folgen einer Rundung, Schiefer oder Biberschwanz sind üblich. Aufwendige Handarbeit. |
| Faltdach | Zickzackförmig gefaltete Fläche | Zahlreiche Kehlen und Grate, hoher Aufwand an Anschlüssen und Entwässerung. |
| Kuppeldach | Halbkugelförmige oder flache Wölbung | Sehr aufwendig, meist Metall oder Spezialbeschichtung. |
| Pyramidendach, Turmdach | Spitz zulaufende Flächen auf Türmen und Erkern | Hohe Dachflächen mit schwierigem Zugang, Sicherung bei Arbeiten besonders wichtig. |
| Grasdach, Gründach | Bepflanzte Dachfläche mit Substrat | Schichtaufbau mit Wurzelschutz und höherer Last. Statik prüfen. |
Die Bezeichnungen werden regional und je nach Hersteller unterschiedlich verwendet.
Symbolbild · KI-generiertBesonderheiten bei der Sanierung
- Abdichtung statt Ziegel: Bei flachen Sheddächern und gebogenen Dächern wird häufig mit Bahnen oder Metall abgedichtet. Siehe Flachdach.
- Verglasung prüfen: Dichtungen, Rahmen und Gläser altern. Beim Austausch lohnt sich ein verbesserter Wärmeschutz.
- Rinnen zwischen den Zähnen: Sie sind das Herzstück der Entwässerung und müssen frei, dicht und groß genug sein. Eine Notentwässerung ist zu planen. Siehe Dachentwässerung.
- Dämmung: Bei Sheddächern entstehen viele Wärmebrücken an den Zähnen. Eine von außen aufgebrachte Dämmung bringt oft die ruhigste Lösung.
- Statik: Zusätzliche Lasten durch Dämmung, Begrünung oder Solaranlagen sind vorab zu prüfen.
Symbolbild · KI-generiertUmnutzung von Sheddachhallen
Viele alte Fabrikhallen mit Sheddach werden heute zu Wohn- und Arbeitsräumen umgebaut. Der Reiz liegt im gleichmäßigen Tageslicht und der großen, offenen Fläche. Die Herausforderung ist der Wärmeschutz: Dach und Verglasung entsprechen selten heutigen Anforderungen, und die vielen Anschlüsse zwischen den Zähnen sind Wärmebrücken. Eine sorgfältige Planung klärt Statik, Brandschutz, Dämmung und Entwässerung im Zusammenhang.
- Bestandsaufnahme von Dachstuhl, Verglasung und Rinnen
- Statische Beurteilung für zusätzliche Lasten durch Dämmung oder Photovoltaik
- Neues Konzept für Luftdichtheit und Dämmung, die Rinnen zwischen den Zähnen einbeziehen
- Austausch der Verglasung oder Ergänzung durch Wärmeschutzverglasung
- Prüfung von Brandschutz und Genehmigungsfragen bei Nutzungsänderung
Photovoltaik auf Sonderformen
Sheddächer sind für Solaranlagen gut geeignet, wenn die flachen Flächen nach Süden zeigen. Die Zahnform erlaubt es, Module in der Neigung der Dachfläche zu montieren, ohne dass sie sich gegenseitig verschatten. Bei Tonnen- und Kegeldächern sind die Möglichkeiten eingeschränkt. Eine Planung im Einzelfall klärt, ob sich der Aufwand lohnt.
So gehen Sie bei der Sanierung vor
Zustand erfassen
Eindeckung, Unterkonstruktion, Anschlüsse und Entwässerung werden vor Ort angesehen und dokumentiert.
Ziele klären
Soll nur die Eindeckung erneuert werden, oder auch gedämmt und der Dachraum ausgebaut werden?
Vorgaben prüfen
Bebauungsplan, Satzungen, Denkmalschutz und Anforderungen des GModG werden vorab geklärt.
Kosten einschätzen
Im Dachrechner erhalten Sie in wenigen Minuten eine erste Kosteneinschätzung.
Angebot nach Prüfung
Nach der Prüfung am Gebäude folgt das Leistungsangebot ohne lange Wartezeit.
Wartung im Alltag
Bei Sheddächern kommt es vor allem auf die Rinnen zwischen den Zähnen an. Sie liegen oft innen und sind schwer zugänglich. Lassen Sie sie mindestens zweimal im Jahr reinigen und prüfen, ob Notüberläufe frei sind. Kontrollieren Sie außerdem die Verglasung und ihre Dichtungen. Bei Sonderformen wie Tonnen- oder Kegeldächern gehören Befestigungen und Anschlüsse in die regelmäßige Sichtprüfung.
Häufige Fragen
Wofür steht der Name Sheddach?
Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet Schuppen oder Halle. Er bezeichnet die Sägezahnform der Dächer von Fabrikhallen.
Warum zeigt die Verglasung beim Sheddach nach Norden?
Nordlicht ist gleichmäßig und blendfrei. Das ist für Arbeitsplätze und Ausstellungsräume vorteilhaft. Die Sonne wird so aus der Halle ferngehalten.
Kann man ein Sheddach dämmen?
Ja. Die Dachflächen werden meist von außen gedämmt und neu abgedichtet. Die Verglasungen werden gegen neue Fenster getauscht. Anschlüsse und Rinnen verlangen besondere Sorgfalt.
Wie wird ein Tonnendach eingedeckt?
Mit Materialien, die sich der Rundung anpassen, etwa Metall oder Bahnen. Kleinformatige Eindeckungen sind ebenfalls möglich.
Brauche ich für eine Sonderform einen Statiker?
Bei Veränderungen der Last, etwa durch Dämmung, Begrünung oder Photovoltaik, ist eine statische Beurteilung üblich. Die Fachperson klärt das bei der Bestandsaufnahme.
Was ist ein Faltdach?
Ein Faltdach hat zickzackförmig gefaltete Flächen, die wie ein aufgeklapptes Papier wirken. Es wird bei besonderen Gebäuden eingesetzt und braucht viele sorgfältige Anschlüsse.
Wie dämmt man ein gewölbtes Dach?
Mit biegsamen oder passend zugeschnittenen Dämmstoffen, oft von außen, mit angepasster Abdichtung. Die Details sind projektspezifisch.
Brauche ich für Sonderformen einen Architekten?
Bei Umbauten, Dachformänderungen und besonderen Konstruktionen ist eine Planung durch Fachleute üblich und oft vorgeschrieben. Klären Sie das mit der Bauaufsicht.
Quellen
Begriffe aus diesem Beitrag
Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung und ersetzt weder Fachplanung noch Rechtsberatung. Angaben zu Förderung und Recht erfolgen ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Bedingungen.