Symbolbild · KI-generiertWas ist eine Stehfalzdeckung?
Bei der Stehfalzdeckung liegen lange Metallbahnen vom First bis zur Traufe. Ihre aufgekanteten Ränder werden miteinander verfalzt, es entsteht ein stehender Falz. Haften, die auf der Schalung befestigt sind, halten die Bahnen, ohne die Fläche zu durchdringen. Das Metall kann sich dabei bewegen, was bei Temperaturschwankungen wichtig ist.
Symbolbild · KI-generiertUnter dem Metall liegt in der Regel eine Trennlage auf einer Schalung. Sie schützt vor Reibung, Feuchte aus der Konstruktion und Geräuschen. Das System braucht einen sorgfältigen Aufbau, damit sich kein Tauwasser unter dem Blech bildet. Dazu zählen die Belüftung und die Dampfbremse.
Welche Metalle gibt es?
| Metall | Charakter | Hinweise |
|---|---|---|
| Titanzink | Matt, entwickelt eine schützende Patina, gleichmäßig grau | Sehr verbreitet, vorbewittert oder walzblank erhältlich |
| Aluminium | Leicht, beschichtet in vielen Farben | Beschichtung bestimmt Optik und Haltbarkeit |
| Kupfer | Zunächst rötlich, dunkelt nach, später grünlich (Patina) | Hochwertig, auffällig, Farbwechsel einplanen |
| Stahl (verzinkt, beschichtet) | Stabil, in vielen Farben | Schutzschicht entscheidet über Haltbarkeit, Kanten und Schnittstellen beachten |
Allgemeine Einordnung. Konkrete Eigenschaften nennt das Herstellerdatenblatt.
Gewicht, Neigung und Lebensdauer
- Gewicht: etwa 5 bis 10 kg/m² für Zink- oder Kupfer-Stehfalz. Damit sind Metalldächer die leichteste Eindeckung im Vergleich.
- Nutzungsdauer (BNB-Tabelle): Zink, Kupfer, Aluminium und Edelstahl mindestens 50 Jahre, Stahl verzinkt und beschichtet 45, Stahl nur verzinkt 40. Rechenwerte, keine Garantie.
- Brandverhalten: Metalle sind nicht brennbar.
Bei der Neigung sind Metalldächer flexibel. Nach Herstellerangaben (Rheinzink-Leistungsverzeichnisse) ist die Stehfalzdeckung ab etwa 3° möglich, mit Dichtungsstreifen im Falz bei 3° bis 7°, im Regelfall ab 7°. Diese Werte sind aus Herstellerunterlagen übernommen, die Fachregeln für Metallarbeiten waren nicht einsehbar. Verlassen Sie sich bei flachen Neigungen nicht auf einen Zahlenwert aus dem Internet, sondern auf die schriftliche Freigabe des Herstellers und die Fachregel.
Symbolbild · KI-generiertVor- und Nachteile
Stehfalz-Metalldach
Vorteile
- Sehr leicht, geringe Last für die Konstruktion
- Lange Bahnen, wenige Fugen, flexible Formen und Rundungen
- Kombinierbar mit Photovoltaik-Haltern ohne Dachdurchdringung
Zu beachten
- Anspruchsvolle Verarbeitung, Fachbetrieb mit Metallerfahrung nötig
- Schall- und Tauwasserschutz sorgfältig planen
- Optik ist Geschmackssache und gestaltungsrechtlich zu prüfen
Passt zu: Moderne Häuser, flache Dächer, Anbauten, Gauben
Tonziegel
Vorteile
- Klassische Optik, breite Akzeptanz im Ortsbild
- Gute Wärmepufferung durch Masse
Zu beachten
- Deutlich schwerer
- Mindestneigung höher
Passt zu: Traditionelle Satteldächer
Mehr zu den Alternativen finden Sie im Vergleich der Dacheindeckungen.
Pflege und Planung
- Verschiedene Metalle nicht ungeprüft kombinieren, es kann zu Korrosion kommen
- Beschichtete Flächen nicht mechanisch scheuern
- Falze und Anschlüsse nach Stürmen kontrollieren
- Schneefang nach Planung der Dachform und Region einsetzen
- Blitzschutz und Erdung mit dem Elektrofachbetrieb abstimmen
Welches Metall für welches Haus?
Titanzink ist das verbreitetste Dachmetall. Es bildet mit der Zeit eine schützende Schicht, die Flächen werden gleichmäßig matt. Kupfer ist sehr langlebig und verändert die Farbe: Es startet rötlich und wird mit den Jahren dunkler und später grünlich. Wer die Veränderung nicht will, wählt ein anderes Metall. Aluminium ist leicht und wird beschichtet in vielen Farben geliefert, die Beschichtung bestimmt dann Optik und Haltbarkeit. Stahl ist stabil und braucht eine zuverlässige Schutzschicht, damit er nicht rostet, insbesondere an Schnittkanten.
Metalle sollten nicht beliebig kombiniert werden: Zink, Kupfer und Aluminium vertragen sich nicht an jeder Stelle. So kann Kupfer ablaufendes Wasser belasten und andere Metalle angreifen. Der Fachbetrieb achtet auf die Reihenfolge im Wasserlauf und auf die Verträglichkeit von Rinnen, Verwahrungen und Eindeckung.
Metall und Photovoltaik
Stehfalzdächer eignen sich gut für Photovoltaik, weil sich Halter auf den Falz klemmen lassen, ohne die Fläche zu durchbohren. Das schont die Dichtheit der Fläche. Welche Klemmen für welchen Falz und welches Metall zugelassen sind, entscheidet der Hersteller. Mehr zum Thema im Beitrag Solardachziegel und Indach-PV.
Checkliste für Angebote mit Metalldach
Metalldächer stehen und fallen mit der Verarbeitung. Deshalb sollte das Angebot nicht nur das Metall, sondern auch den Aufbau und die Details nennen.
- Metall, Hersteller, Blechdicke und Oberfläche (walzblank, vorbewittert, beschichtet)
- Falzart, Bahnbreite und Befestigung (Haften, Material und Abstand)
- Trennlage oder Unterdeckung und Schalung
- Hinterlüftung und Dampfbremse im Gesamtaufbau
- Neigung des Daches und Herstellerfreigabe für diese Neigung
- Ausbildung von First, Traufe, Ortgang, Kehlen und Durchdringungen
- Schneefang, Blitzschutz und gegebenenfalls Photovoltaik-Halter
Fazit
Metalldächer sind leicht, nicht brennbar und für flache Neigungen geeignet. Die Wahl des Metalls bestimmt Optik, Alterung und Haltbarkeit, die Qualität der Verarbeitung entscheidet über die Dichtheit. Rechnen Sie bei Zink, Kupfer und Aluminium nach BNB-Tabelle mit mindestens 50 Jahren, bei Stahl mit 40 bis 45, jeweils als Rechenwert ohne Garantie. Bei flachen Neigungen verlassen Sie sich nicht auf Faustwerte, sondern auf die Herstellerfreigabe und die Fachregel. Wie sich Metall gegenüber anderen Eindeckungen schlägt, zeigt der Vergleich der Dacheindeckungen.
Häufige Fragen
Welches Metall ist das beste fürs Dach?
Das hängt von Optik, Umgebung und Budgetrahmen ab. Titanzink und Kupfer gelten als langlebig, beschichtetes Aluminium bietet viele Farben, Stahl ist stabil und braucht eine gute Schutzschicht. Die BNB-Tabelle rechnet für Zink, Kupfer und Aluminium mit mindestens 50 Jahren.
Wie flach darf ein Stehfalzdach sein?
Hersteller nennen eine Mindestneigung ab etwa 3° mit Dichtungsstreifen, im Regelfall ab 7°. Das ist keine allgemeingültige Regel: Maßgeblich sind Herstellerfreigabe und Fachregel.
Wie schwer ist ein Metalldach?
Als Spanne gelten etwa 5 bis 10 kg/m² für Zink- und Kupfer-Stehfalz. Trapezblech liegt etwa bei 5 bis 8 kg/m². Das ist deutlich leichter als Ziegel.
Ist ein Metalldach laut?
Bei Regen und Hagel können Metalldächer lauter sein. Aufbau, Schalung und Dämmung beeinflussen das. Sprechen Sie das vor der Entscheidung an.
Ziehen Metalldächer Blitze an?
Ein Metalldach erhöht die Blitzgefahr nicht. Es kann aber in ein Blitzschutzkonzept einbezogen werden. Die Planung übernimmt ein Fachbetrieb.
Quellen
- Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH): Regelwerk und Fachregeln · Stand 20. Oktober 2026
- BBSR/BMI: Nutzungsdauern von Bauteilen für Lebenszyklusanalysen nach BNB (Stand 24.02.2017) · Stand 20. Oktober 2026
- Rheinzink: Leistungsverzeichnis Stehfalz (Herstellerangabe zu Mindestneigungen) · Stand 20. Oktober 2026
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Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung und ersetzt weder Fachplanung noch Rechtsberatung. Angaben zu Förderung und Recht erfolgen ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Bedingungen.